Chrstian I. und Ursula IV stärken sich für einen anstrengenden Tag. Bis zu 20 Termine hat das Prinzenpaar an einem Tag. Foto: mae
Krefeld (mae). Donnerstagmorgen, 8 Uhr irgendwo im Bockum-Oppumer Grenzgebiet: Seine etwas übernächtigt wirkende Tollität Chrstian I. (zivil: Kölker) öffnet die Haustür und bittet den Besuch vom StadtSpiegel, einzutreten. Nicht, dass hier ein falscher Eindruck entsteht: Der selbständige Werbeberater hat in der vergangenen Nacht bis 2.30 Uhr nicht etwa gefeiert, sondern gearbeitet. „Den Spagat zwischen Beruf und Amt hinzukriegen, ist nicht einfach“, sagt der Prinz. Urlaub nimmt sich der 57-Jährige nicht, dabei haben er und seine Prinzessin und Ehefrau, Ursula IV., bis zu 20 Termine an einem Tag. Ihre Lieblichkeit ist gelernte Erzieherin. Sie und Christian sind seit 33 Jahren verheiratet und haben drei erwachsene Söhne. Kennen gelernt haben sie sich, natürlich, auf einer Karnevalsparty. Der gebürtige Westfale Kölker, der seit seiner Kindheit in Krefeld lebt, hat immer Karneval gefeiert. Den Traum, Prinz zu werden, hatte er allerdings nie. Da musste erst Überzeugungsarbeit geleistet werden, und zwar von seiner Ehefrau. Die hat nämlich „nicht damit hinter den Berg gehalten, wie gerne sie einmal Prinzessin werden möchte“, sagt Kölker. „Allerdings habe ich nicht damit gerechnet, dass er tatsächlich mal „ja“ sagt“, erzählt Ihre Lieblichkeit. Dann wären da noch die „Prinzenmacher“ wie Albert Höntges, Präsident des Festkomitee Krefelder Karneval oder das Krefelder Urgestein Willi „WiPi“ Pins. Die haben auch ihren Beitrag geleistet. „Wenn man denen den kleinen Finger gibt, hat man schon verloren“, sagt Christian I.. Von so vielen Seiten bearbeitet, musste Kölker nachgeben: „Ich dachte mir: So schlimm wird es schon nicht werden“. Wurde es auch nicht. Kölker hat einen Riesenspaß: „Man lernt viele Leute kennen, erfährt viel Zuspruch. Die ganze Zeit schwebt man auf einer Wolke der Euphorie.“ „Ich darf gar nicht daran denken, dass es in zwei Wochen schon vorbei ist“, sagt die Prinzessin.
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